Die Herausforderung liegt nah

Warum in die Ferne schweifen, denn die Herausforderung liegt so nah. Klar, alter Spruch neu aufgegossen, aber so wahr und das nicht nur wegen des Lockdowns. Kraft tanken in der Natur und dabei erste Erfahrungen mit längeren Strecken sammeln, das war das Ziel, als wir Ende vergangenen Jahres in unserer Region zu wandern begannen.

Abstecher in die Sächsische Schweiz

Im September war das auch noch über den 15 km-Radius hinaus möglich. Deshalb ging es natürlich in die Sächsische Schweiz. Gestartet bin ich nahe dem Bahnhof in Bad Schandau. Von dort aus ging es eine Weile parallel zur Elbe immer bergauf bis uns der Weg am Kellerfels entlang bis zum Papststein und weiter auf den Gohrischstein führte. Steil nach oben über Eisentreppen wartet auf dem Stein eine besondere Aussicht über die Sächsische Schweiz. Mit durchschnittlich 4,1 km/h und leichtem Gepäck von rund zwei Kilogramm war ich relativ entspannt unterwegs. An diesem Tag hatte ich nur die DSLR im Hüftgurt, eine Flasche Wasser und zwei Müsliriegel dabei. Ein leckerer Tipp mit prima Aussicht auf halbem Weg ist die Bergwirtschaft auf dem Papststein.

Da coronabedingt, drinnen kein Gastbetrieb erlaubt war, drängten sich die Wanderer und Tagestouristen im Garten und auf der Terrasse. Wer es ruhiger mag, sollte die Stoßzeiten mittags und am Wochenende meiden. Beim Abstieg durch die Formschlucht wartete ein ziemlich verwilderter Waldweg auf mich. Ein GPS bzw. Offline-Karten sind hier empfehlenswert, um den Weg nicht zu verpassen. Groggy aber glücklich war ich nach etwa vier Stunden wieder zurück am Auto.

Zum ersten Mal kamen bei der Wanderung auch die faltbaren Wanderstöcke von FORCLAZ (Decathlon) zum Einsatz – eine deutliche Entlastung beim Laufen und auch etwas für den schmalen Taler.

Lockdown Light Walk

Ab November mussten die Gastronomen bereits wieder ihre Türen schließen. Die Pandemie hatte uns wieder voll im Griff. Trotzdem wollten wir jeden freien Tag nutzen, um draußen unterwegs zu sein und zu wandern.

Oberstes Ziel: Neue Ecken entdecken. So auch auf unserer Tour durch das Schwarzwassertal zwischen Pockau und Marienberg. Neben atemberaubenden Ausblicken – wie etwa vom Katzenstein – führt die Wanderung beinah acht Kilometer entlang des Grünen Grabens. Im 17. Jahrhundert wurde der schmale Wassergraben angelegt, um Wasser für den Bergbau aus der Schwarzen Pockau in die Rote Pockau umzuleiten. Kurz vor der tschechischen Grenze in Kühnhaide hieß es: Mittagessen frisch vom Grill. Ein Minigrill, der in eine kleine Isoliertasche passt (und ursprünglich einmal bei Lidl erworben wurde;) begleitet uns seit Jahren auf jedem Urlaub, bei Radtouren und gelegentlich eben auch beim Wandern. So wird man unabhängig von überfüllen oder geschlossenen Gasthäusern und hat freie Platzwahl. Doch egal, wo der Rastplatz liegt, gilt die Grundregel: Alles wieder mitnehmen. Nichts stört beim Wandern mehr, als eine vermüllte Natur.

Versüßt wurde die Tour mit dem ersten Glühwein des Jahres – freilich aus der Thermoskanne. Konnten wir uns auch nur erlauben, weil es überwiegend flach und gerade hin ging. Rundum gestäkt und leicht angenascht ging es umso leichtfüßiger an der Schwarzen Pockau zurück gen Auto. Jeder von uns hatte an diesem Tag ca. fünf Kilogramm Gepäck auf den Schultern – eine leichte Steigerung zu den vorangegangenen Touren, aber erfreulicherweise noch immer keine wirkliche Herausforderung.

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