

Raus aus dem Krach des Alltags. Rein in die Natur.
Wie entschleunigst du dein Leben? Wie bekommst du einen Blick auf die Dinge? Was willst du erleben? Wo liegen deine Grenzen? Was ist wirklich wichtig?
Fragen die groß, vielleicht auch zu groß klingen, aber im Kern die wahrscheinlich elementarsten sind. Aus Alltag wird Regelmäßigkeit. Aus Regelmäßigkeit wird Gleichförmigkeit und so geht die Zeit ins Land bis man sich fragt: Warum bist du eigentlich hier? Existenziell wird die Frage dann, wenn andere über die eigene Lebenszeit bestimmen.
Zeitweise erschlagen von den Eindrücken und gefangen im Hamsterrad der bisweilen vielen neuen Aufgaben im Job packten mich Fatalismus und Zweifel. Ich liebe meine Arbeit als Redakteurin und Reporterin – als Journalistin. Doch es ist ein Job, in dem man von der Schnelllebigkeit getrieben ist. Und so läuft man Gefahr, nicht nur gerieben zu sein, sondern auch zerrieben zu werden.
Auf der Suche nach einem Ziel
Richtig bewusst wurden mir die Fragen schlussendlich durch den Stopp-Knopf der COVID19-Pandemie. Einigermaßen ausgelaugt ging ich im Sommer 2020 auf die Suche nach einem Ziel abseits des medialen Trubels. So trivial, so wahr: Nach einem Wanderurlaub in Österreich entdeckte ich durch Zufall den Film „Der Weg war sein Ziel“ von Christopher Dillig. Darin beschrieb der „Erfinder“ des Traumpfades, Ludwig Graßler, seinen Weg über die Alpen. Sofort wusste ich: Das ist es.
Nichts entschleunigt so sehr, wie zu Fuß unterwegs zu sein. Zwischen der Gewaltigkeit der Berge wird man zurückgeworfen auf das, was man ist: nur ein winzig kleiner Teil dieser Welt. Und es hilft ungemein einmal herauszutreten oder eben nach oben auf einen Gipfel zu steigen, um mit Abstand auf die Dinge zu blicken.
Gesagt, getan. Im Sommer 2021 überquerten mein Freund Sebastian und ich gemeinsam die Alpen von Nord nach Süd – von München nach Venedig. Es war eine absolut einzigartige Reise und gleichzeitig Probe für uns zwei, die wir gemeinsam meistern konnten.
Neue Ziele
Nach dieser ersten Reise zu Fuß hatte mich das Fernwandervirus gepackt. Jedes Jahr machten wir mindestens eine zwei- bis dreitägige Hüttentour. Stück für Stück keimte und reifte in mir der Gedanke, den Alpen in die andere Himmelsrichtung zu folgen – von Ost nach West. Wieder möchte ich das Bekannte mit dem Neuen verbinden. Wien als Ausgangspunkt macht für mich absolut Sinn. Seit meiner Kindheit bin ich unzählige Male hier gewesen. Nizza, der Ort ganz im Westen, dort wo die Berge ins Meer fallen, habe ich hingegen noch nie gesehen. 2024 wurden die Pläne schließlich konkret, die Vorbereitungen starteten. Nun soll es losgehen – Ende Mai 2025.
Marmeladenglas zum Teilen
Auf den Seiten dieses Blogs nehme ich euch mit auf diese Reise. Angefangen von der Idee über die Planung, die Auswahl der Ausrüstung und schließlich bis über die Alpen. Warum ich das tue? In erster Linie möchte ich die Erfahrungen festhalten, in ein Marmeladenglas schließen, sie konservieren, um an schlechten Tagen von der süßen Erinnerung zu zehren.
Bei der Recherche zur Route bin ich selbst immer wieder über Erfahrungsberichte und Blogs gestolpert. Hier fand ich die hilfreichsten Tipps und vor allem persönliche Geschichten, die mich inspirierten und in meinem Entschluss bestärkten, die Tour zu machen. Also warum nur ein großes Marmeladenglas füllen, wenn man mit vielen Kleinen zum Teilen auch andere glücklich machen kann? Und wer weiß, vielleicht überkommt den Einen oder Anderen beim Naschen auf den folgenden Seiten ja doch der große Hunger nach einer wunderbaren Reise zu Fuß.
Also nichts wie los: Der Berg ruft!
