5.00 Uhr klingelt mein Wecker. Bis 6.00 Uhr soll es eine Regenpause geben und die möchte ich nutzen, um mein Zelt abzubauen. Der Schlafsack ist klamm. Im Sanitärgebäude hänge ich ihn zum Auslüften auf. Rasch lasse ich die Luft aus meiner Isomatte und packe meinen Rucksack zusammen. Die Außenzeltplane hänge ich, so lang es geht, noch über den Stromkasten zum Trocknen. Dann lasse ich mich auf der Bank vor dem Sanitärgebäude nieder und koche mein Frühstück.



Währenddessen beginnt es wieder zu regnen. Ich hechte Richtung Zeltplane, verstaue sie außen am Rucksack. Sie muss unterwegs trocknen. Im Sanitärgebäude packe ich alle anderen Sachen zusammen, als ein anderer Camper mich anspricht und verwundert feststellt, dass ich noch da bin. Kurz kommen wir ins Gespräch über meine geplante Alpendurchquerung. Er macht große Augen. „Wir kommen aus Lübeck und wollten uns das jetzt auch mal anschauen. Bisher waren wir noch nie in den Alpen.“ Jetzt mache ich, die seit ihrer Kindheit unzählige Male in den Alpen gewesen ist, große Augen. Als ich 8.00 Uhr aufbreche, kommt die Sonne heraus. Trotzdem regnet es weiter. Über Waidmannsfeld laufe ich in Richtung Dürre Wand.
Die Landschaft wird schroffer 
Während des steilen Aufstiegs durch den Wald beginnt es immer wieder zu regnen. Am Kamm angekommen pfeift schließlich der Wind und drückt von Norden gegen die Felsen. Zum Glück verläuft der Weg entlang des Kamms immer geschützt im Wald.

Weder die Gauermannhütte noch das Öhlerschutzhaus haben jetzt unter der Woche geöffnet. An diesem Tag treffe ich exakt drei Wanderer – alle samt Frauen. Ansonsten bleibe ich mit mir und meinen Gedanken allein. Ein bisschen einsam fühlt es sich an. Podcasts und Musik helfen mir, um bei diesem regnerisch-stürmischen Wetter die trüben Gedanken nicht allzu groß werden zu lassen. Sonst höre ich beim Wandern unheimlich gern True Crime Stories – vor allem den Podcast „Mordlust“. Aktuell geht das absolut gar nicht, ebenso wenig melancholische Musik.





Wellness für Wanderer
Gegen Nachmittag reist der Himmel auf. Auf der Mamauwiese kommt schließlich die Sonne richtig hinter den Wolken hervor und begleitet mich bis ins Tal nach Losenheim. Hier habe ich mich ins Hotel Forellenhof eingebucht. Nicht ganz günstig, aber Sauna und Frühstück sind im Preis inbegriffen. Nachdem ich mein Zelt zum Trocken noch einmal verkehrtherum im Zimmer aufgebaut habe, mache ich von dem unverhofften Luxus Gebrauch und gönne mir zwei Saunagänge. Die Wärme entspannt meine strapazierten Muskeln in Beinen und Rücken.








Als ich am nächsten Morgen beim Frühstück auftauche ist der Hotelbetreiber, ein älterer Herr in seinen Siebzigern, perplex. Er kann kaum glauben, dass ich den Rucksack tragen kann und als ich dann noch erzähle, dass ich heute auf die Rax will, sagt er nur ungläubig kopfschüttelnd: „Jesus, Maria! Das ist ja Wahnsinn.“ Viele Weitwanderer kommen hier anscheinend nicht vorbei.
Um den Schneeberg und rauf kRAXeln
Nach einem guten Frühstück breche ich endlich auf Richtung Rax. Den Schneeberg werde ich links liegen lassen. Zu lang wäre die Etappe, nachdem ich ja unfreiwillig heute Zusatzhöhenmeter schrubben muss. Bis zur Edelweisshütte stapfe ich die Skipiste nach oben. Nach einer Dreiviertelstunde bin ich am eigentlichen Ausgangspunkt angekommen. Nördlich umrunde ich den Gebirgsstock des Schneebergs und steige durch Mischwald ab ins Tal. Bei der Kienthalerhütte biegt ein drahtiger, junger Mann mit großem Rucksack vor mir auf den Weg und läuft flink bergab. Er ist offensichtlich auch länger unterwegs, denn außen an seinem Rucksack hat er das Zelt befestigt. Als der Wanderweg wieder zu Forstweg wird, hole ich ihn bei einer Trinkpause ein und düse vorbei.





Im Höllental angekommen mache ich ein paar Bilder von der Schwarza und schon hat mich der schmale junge Kerl wieder eingeholt. „Wo gehst du hin?“ frage ich. „I don‘t understand. Only French or English,“ gibt er zurück. Wir kommen kurz ins Gespräch. Es stellt sich heraus, das Etienne, wie er heißt, aus Frankreich kommt und ein ganz ähnliches Projekt hat wie ich. Er will ebenfalls ans französische Mittelmeer laufen. Anders als ich ist er aber erst gestern und von Puchberg am Schneeberg gestartet und will vor allem im Zelt übernachten. Auf die Rax geht er deshalb heute nicht. Zu windig.
Ich hingegen spute mich nun, denn tatsächlich soll der Wind auffrischen und ich habe den steilen Aufstieg noch vor mir. Über einige Eisenleitern (sogar mit Geländern) kraxel ich Stück für Stück nach oben. Ein paar Tageswanderer kommen mir entgegen. Immer wieder muss ich pausieren, meinen Puls nach unten regulieren, trinken.



Nur am Anfang soll es Leitern geben, die später zu einem normalen Weg werden. Doch nach meinem Empfinden werden die Leitern immer länger und wollen kein Ende nehmen. Endlich nach zwei Stunden bin ich wieder auf normalen Wanderwegen, wenn auch noch immer steil aufwärts. In der Sonne mache ich Rast und esse mein geschmiertes Brötchen. Ein breites Lächeln breitet sich auf meinem Gesicht aus, dass ich diese erste schwierige Stelle gemeistert habe.
Mein Tor zu den Alpen
Auf einer Lichtung drehe ich mich um und sehe die Fischerhütte oben auf dem Schneeberg thronen. Drei Tage bin ich diesem Gipfel, mit 2.076m der höchste in Niederösterreich, entgegengegangen. Jetzt liegt er bereits hinter mir. Die letzten Höhenmeter sind zäh. Der Aufstieg hat mich so viel Kraft gekostet, dass ich immer wieder kurz pausieren muss.

Erleichterung macht sich breit, als ich endlich flache Wiesen erreiche und das Schild „Ottohaus“ erspähe. Nach einer weiteren halben Stunde erreiche ich die Hütte und gönne mir auf der Terrasse ein Radler. Links von mir habe ich einen gigantischen Blick auf den Schneeberg, vor mir liegen Edlach und Reichenau an der Rax. Als ich ausgetrunken habe, beziehe ich mein Zimmer. Doch der Winter steht quasi noch in dem altehrwürdigen Haus. Hier drinnen ist es kälter als draußen. Ich reiße das Fenster meines Zimmers auf und weiß schon jetzt: Haare waschen fällt aus und hierher werde ich nur zum Schlafen kommen. Erstaunlicherweise ist die warme Dusche in der Hütte kostenfrei.
Ruhe finden – eine Challenge
Anschließend lasse ich mich im Gastraum nieder. Der ist mollig eingeheizt. Im Ofen knistert das Feuer. In der riesigen Hütte sind wir heute Abend nur zu dritt. Außer mir ist noch ein schwedisches Pärchen im mittleren Alter zu Gast. Ich frage, ob ich mich zu ihnen setzen darf und wir kommen ins Gespräch. Sie ist Sozialarbeiterin und auf Austausch in Österreich. Er hingegen ist vor allem hier, um seine Frau zu besuchen und den Urlaub zu verbringen.





Als die wesentlichen Eckpunkt des Woher, Wohin und Was ausgetauscht sind, setzt sie sich gemütlich auf die Eckbank und vertieft sich in ihr Buch. Dieses Bild und das Knistern des Feuers entschleunigt die Raserei in meinem Kopf, die ich bisher noch immer nicht ganz ablegen konnte. Ruhe durchströmt mich und ich schaue eine Weile einfach nur in die warme Ofenglut.
Ein bisschen Sorge habe ich, weil der Nordalpenweg morgen eine Klettersteigpassage über den Gamsecksteig im Schwierigkeitsgrad A/B vorsieht. Ohne Klettersteigset wohl machbar, aber die Eisenleitern heute im Alleingang haben mir schon gereicht. Ich recherchiere eine alternative Route und werde fündig. Über das Habsburghaus führt der Kaisersteig hinab nach Schwarzau. Mehr als happy plane ich meine Route um und gehe zufrieden zu Bett, schlafe aber wie auch die Nächte zuvor unruhig.
Fernwanderpionieren auf der Spur
Um 7.30 Uhr gibt es am nächsten Morgen ein sehr reichliches Frühstück für mich. Allerdings habe ich festgestellt, dass ich meine Sonnencreme verloren habe. Als sich der Trinkbeutel leerte, muss sie gestern wohl aus der Seitentasche gefallen sein.

Freundlicherweise geben mir die beiden Schweden etwas von ihrer Sonnencreme ab und 8.25 Uhr starte ich in Richtung Schneealpe. Es wird eine harte Tour, die mit 8:30 Stunden angegeben ist. Zügig laufe ich deshalb über die nördliche Route auf der Rax bis zum Habsburghaus. Es pfeift ein ordentlicher Wind. Die zaghaften Sonnenstrahlen sind verschwunden, stattdessen Wolken überall.
Gegen 11.00 Uhr bin ich am Habsburghaus und steige über den Kaisersteig hinab wieder zurück in waldiges Gebiet. An einer Fichte erspähe ich ein Schild mit weißer Schrift „J. Kyselak“. Sofort werde ich an Hans Thurners Buch erinnert. Auch er und seine Partnerin hatten diese Kritzeleien gesehen. Die Geschichte dahinter: Im Sommer 1825 wanderte Josef Kyselak mehrere Monate durch Österreich. Überall, wo er entlang kam, aber vor allem an besonders schönen Punkten, hinterließ er seinen Namen. Kaiser, Franz der I., rief ihn daraufhin zu sich und befahl ihm, die Kritzeleien zu unterlassen. Kyselak willigte ein. Der Legende nach soll aber auch die Tischkante des Kaisers die Inschrift „Kyselak“ getragen haben, als dieser den Raum wieder verlassen hatte. Auch wenn die Kritzelei hier deutlich jünger ist, erinnert sie an einen Weitwanderer der ersten Stunde.





Stürmischer Aufstieg zur Schneealpe 
Gegen 13.00 Uhr habe ich das Tal erreicht und gönne mir unter einer großen Kastanie eine Mittagspause mit geschmierter Semmel. Gleich daneben liegt die Talstation der Materialseilbahn, die das Habsburghaus versorgt. Allzu bald soll es eigentlich nicht regnen. Trotzdem mache ich mich rasch wieder auf die Socken. Schließlich muss ich all die Höhenmeter auf der anderen Seite wieder nach oben über den Nasskamm.





Als ich die Lurgbauerhütte erreiche, stürmt es plötzlich. Ich muss ordentlich gegenhalten, um voranzukommen. Ich quere das Plateau und als das Schneealpenhaus schon in Sicht ist, beginnt es zu nieseln. Binnen weniger Minuten wird ein ordentlicher Schauer daraus und ich betrete die Hütte mit tropfender Regenkleidung. Drinnen ist es mollig warm. Ein Feuer knistert im Ofen. Zwei junge Frauen, etwa in meinem Alter, sitzen in einer Ecke und unterhalten sich angeregt. Auch ein Pärchen im gleichen Alter sitzt an einem anderen Tisch.
Eine Sennerin berichtet
Ich setze mich zunächst an einen eigenen Tisch und komme in Ruhe an. Duschen gibt es nicht, eine Katzenwäsche tut es auch. Wirtin Sarah sieht mich allein sitzen und drückt mir im Vorbeigehen ein Buch in die Hand.
Die ehemalige Sennerin der Schneealpe hat es geschrieben. Unzählige Sommer hat sie seit ihrer Kindheit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier oben verbracht. Zwischen den Seiten liegen getrocknete Blumen. Darunter steht geschrieben, wie das Leben auf der Alpe damals war. Kerzenschein und Petroleumlampe statt elektrischer Strom. Man hoffte, auf Regen für die Zisterne. Wasser für das Vieh wurde im Winter in mit Lehm ausgeschmierten Schneegruben gesammelt und mit Latschenästen beschattet, damit der Schnee nicht so schnell zerrinnt. Der Schnee wurde auch genutzt, um den Rahm bei der Butterherstellung zu kühlen.




Ohne Auto wurde die Alm damals mit Pferden bewirtschaftet. Diese wurden mit Kisten beladen und versorgten einmal pro Woche die Alm mit Nachschub. Einmal brachte ein Übernachtungsgast ein Kofferradio mit auf die Alm. Eine Sensation und so scharten sich alle Bewohner um das neue Gerät.
Sich für einen Schlafplatz anmelden, war quasi nicht möglich, sondern vor allem vom Wetter abhängig. Gab es einmal mehr Gäste als Betten, hieß es damals noch „zusammenrücken“. Mitunter schliefen Gäste sogar in der Gaststube auf der Bank. Erst 1990 gab es ein Telefon auf dem Hof. 
Schmunzeln muss ich, als die Sennerin in ihrem Buch von Blitz und Donner erzählt. Am Berg sind sie nicht zu unterschätzen, aber selbst auf der Hütte war man früher nicht ganz sicher davor. Eines Vormittags riss ein Blitz, ein Loch in die Hütte. Da saß ein Gast gerade auf dem alten Plumpsklo. Direkt hinter ihm flogen die Schindeln davon. Ihm geschah wohl nichts. Doch als das Gewitter vorbei war, verließ er fluchtartig die Hütte Richtung Tal. Auch die Kühe auf der Alm werden immer wieder vom Blitz getroffen. Für die wenigsten geht das gut aus.
Ein gemütlicher Hüttenabend
Die Beschreibungen sind kurzweilig, unterhaltsam, interessant und schon steht das Essen auf dem Tisch. Eine kräftige Bergsteigersuppe mit Bohnen, Spinat und vielen Kräutern. Ich frage die beiden jungen Frauen, ob ich mich zum Essen zu ihnen gesellen kann. „Na klar, gar kein Problem,“ meinen Sie und wir kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass Emilia und Deborah Lehramt für die Volksschule studieren. Wegen des Lehrermangels, der auch in Österreich ein riesiges Thema ist, sind sie aber beide schon im Schuldienst angekommen und unterrichten.

Es ist schön, das erste Mal in einem so richtig lauschigen Hüttenabend mit guten Gesprächen zu versinken. Später als Deborah und Emilia schon zu Bett gehen wollen, entwickelt sich doch noch ein längeres Gespräch mit den Hüttenwirten Armin und Sarah und dem Hirten der Alm, Pauli und seiner Frau. Über den Sommer leben sie alle auf der Schneealpe und erzählen von dem familiären Miteinander hier oben. Armin ist davon noch immer richtig begeistert. Egal, ob der Notstromgenerator aussteigt oder das Auto mal schlapp macht, sofort ist jemand da, der unkompliziert Hilfe anbietet. Die Bezahlung folgt dann nicht selten in Form eines kalten Hopfengetränks.
Dass Armin das auch nach drei Jahren als Hüttenwirt auf der Alm noch so besonders findet, liegt sicher auch daran, dass er sonst mit Sarah in Wien lebt, wo zwar deutlich mehr Menschen unterwegs sind, die Anonymität aber ebenso allgegenwärtig ist. Als Deborah und Emilia dann zu Bett gehen, werde ich noch spontan auf einen Latschenschnaps in die Runde eingeladen.
Trotz Schlummertrunk schlafe ich in dieser Nacht kaum. Das Matratzenlager befindet sich direkt unter dem Metalldach und draußen stürmt es noch immer. Schallend peitscht der Wind gegen die Hütte. Das Gebälk quietscht. Zeitweise klingt es so, als würden die Platten regelrecht davonfliegen.
Klatschnass Richtung Tal 
Auch am nächsten Morgen hat sich das Wetter kaum beruhigt. Die Wolken hängen dicht um die Schneealpe. Es stürmt und regnet. Von der wohlig warmen Stube mit dem knisterndem Feuer im Ofen will ich mich gar nicht so recht verabschieden. Aber zum Glück müssen auch Emilia und Deborah nach Neuberg an der Mürz absteigen und so laufen wir gemeinsam los.


Vor der Hütte weht es uns fast davon. Doch innerhalb von zwei Stunden erreichen wir auf direktem Weg die kleine Stadt. An der Bushaltestelle verabschiede ich mich noch von Deborah und Emilia. „Lass uns noch gemeinsam für deine Reise beten,“ schlägt Emilia vor. Obwohl ich gar nicht religiös bin, weiß ich diese Geste sehr zu schätzen und willige ein. Kurz halten wir inne, während Emilia ein paar liebe Worte findet. Dann kommt der Bus und die beiden fahren wieder zurück nach Wien. Triefnass laufe ich hingegen zum Gasthof Schäffer im Ort mit ein paar Freudentränen in den Augen aus Dankbarkeit für diese schöne Begegnung.
Das Zimmer ist sehr gemütlich und modern eingerichtet. Ich hänge meine nasse Kleidung zum Trocknen auf und stelle fest, dass mein Rucksack tatsächlich ein paar Schwachstellen bei Regen hat. Künftig werde ich auch um den Schlafsack eine Plastiktüte ziehen.

Eine weitere schlaflose Nacht 
Als alles wieder sortiert ist, will ich beginnen, den ersten Blogbeitrag zu schreiben. doch mein Akku geht zur Neige. Schnell ist das Ladekabel angesteckt aber… Oh Schreck, es lädt nicht! Wieder ziehe ich es ab, puste vorsichtig in den Connector. Nichts. Drei Stunden lang lasse ich Handy und Kabel einfach nur liegen und trocknen. Doch es hilft nichts. Der Akku lädt nicht.
Innerlich werde ich richtig unruhig. Ohne Handy und allein mag ich nicht weitergehen. An der Rezeption erkläre ich mein Problem. Beim Abendessen darf ich über den Laptop der Hotelchefin, Karolin Schäffer, meine nächsten GPX Routen auf mein GPS ziehen. „Wenn Sie möchten, kann ich Sie morgen mit nach Mürzzuschlag nehmen. Dort ist ein Handygeschäft. Ich muss ohnehin morgen dorthin fahren, um einige Besorgungen zu machen,“ bietet sie an. Ich bin überglücklich über so viel Hilfsbereitschaft und nehme das Angebot dankend an.

Trotzdem mache ich in dieser Nacht kein Auge zu. Das Gedankenkarussell dreht sich. Was ist, wenn das Handy kaputt ist? Wie komme ich an meine Daten und Apps? Einige sind wichtig, um weiter navigieren zu können. Brauche ich ein neues Handy? Was müsste ich dann alles installieren?
Gleichzeitig ärgere ich mich über die Abhängigkeit von diesem Gerät. Mit jeder Drehung in dieser Schleife werden auch meine ohnehin schon ausgeprägten Augenringe tiefer. Und ich sehne einfach nur noch den Morgen herbei.
